Und des Lehrers glühendes Gesicht bebte. „Du Frechling wagst es, zu mir zu kommen? . . . Antworte!“

„Antworte!“

„Ich wollte auch einmal die Hefte tragen.“ Das Schluchzen verschlug ihm die Stimme.

Wütend rieb der Lehrer mit dem Siegelring an seinem Finger des Kleinen Stirn: „Was . . . hast du . . . denn da . . . drinnen!“

Der Dichter saß wie eine Leiche und starrte in kaltem Entsetzen auf das rote Malzeichen, das auf der schneeweißen Kinderstirn leuchtend hervortrat.

„Das Mal, das Mal auf seiner Stirn wird nie mehr vergehen. Sie haben ihn gezeichnet“, sagte der Dichter tonlos und laut. „Und wenn es verschwindet, äußerlich, dann ist es ihm ins Gehirn getreten . . . und der Gezeichnete trägt das Mal in der Seele, sein Leben lang.“

Da begann neben dem Hause dröhnend und gewaltig die Kirchenturmglocke zu läuten. Die Stube erzitterte. Der Kleine stand mit ausgebreiteten Armen, eine Hand fluchtbereit am Türdrücker, die Augen entsetzt offen, wie ein Gekreuzigter an die Wand gepreßt. Die Striemen leuchteten auf seiner Stirn. Alle vier standen.

Der Lehrer klappte das Lineal auf den Schreibtisch. Der größere Schüler packte den Stoß Hefte energischer.

Und als die Knaben gegangen waren, sagte der Lehrer:

„Den ganzen Tag Ärger in der Schule und in den wohlverdienten Ruhestunden den Lümmeln die Fehler korrigieren!“ Er setzte sich und sah den Dichter an.