„Jesus! . . . Du bists.“ Die Mutter lief schnell voraus ins Zimmer und warf die Decke übers ungemachte Bett.
Die Atmosphäre der Elternwohnung schlug ihn vollends nieder.
„Hn?“ machte er wie ein Betrunkener und ließ die Hände von den zur Brust hochgenommenen Armen gleich Seehundsflossen kraftlos hängen.
„Kind! was ist denn!“
„Hn?“ Den Mund schlaff offen, sah er blöd umher.
Bis die kleine Mutter ihm in den Blick kam. Da schrie er mit biblisch furchtbarem Entsetzen der Mutter zu: „Mutter! Ich hab ihn umgebracht!“ Und flüchtete, vom Teufel verfolgt, wild brüllend aus dem Zimmer.
Wie ein Kind führte sie ihn an der Hand wieder zurück. „Was machst du mir für Sachen! Du mußt ins Bett. Bist ja krank . . . Ich mach dir kalte Umschläge.“ Geschäftig lief sie zum Bett.
„Mutter, ich hab den Lehrer umgebracht“, sagte er automatisch. „Halts aus.“
Da sah sie es ihm vom Gesicht ab und warf die Hände in den Nacken. Ihr erster Schrei war kurz, wortlos. Aus den folgenden Schreien hörte er die immer wiederkehrenden Worte: „Sag nein! Sag nein!“
„Nein“, sagte er, und ein Engel gab ihm ein Lächeln dazu. „Nein, Mutter.“ Und als er ihren zuckenden Körper umfangen hielt, ihren Scheitel streichelte und dabei über ihn wegsah, rang er sich die letzte Kraft ab, um die Worte sagen zu können: „Es war nur ein Scherz.“