Schweißnaß trat er der Mutter entgegen.

Der stiegen die schnellen Tränen in die Augen.

„Nun, Mutter“, sagte er weich. „Nein nein!“ Und er drückte das Schluchzen zurück.

„Das weiß ich nicht, wie lange ich hier bleibe.“

Die Mutter legte den alten Kopf in die Hand, an den Mund die kleinen Finger, die von der Scheuerarbeit stumpf geworden waren.

„An was denkst du denn, Mutter?“

„In diesem Bett schläft der Vater“, deutete sie, „und ich in dem.“

Der Dichter sah umher im einzigen Zimmer, in dem nichts verändert war. Nur der Stahlstich nach einer Kreuzigung von Rubens fehlte. „Ich schlafe eben wie früher neben dir auf dem Kanapee . . . Wo ist denn der Christus?“

„Den hab ich für eine Mark verkauft.“

„So, du hast den Christus verkauft? . . . Unsern Christus.“