Das Straßenmädchen senkte den Kopf.
Da senkte auch der Dichter den Blick.
Sie wurde nicht vereidigt.
Am weitesten vom Dichter entfernt stand der Kleine; seine Stirn war wieder schneeweiß geworden. Die Zuschauer begannen sich zurechtzusetzen. Der Offizialverteidiger handhabte, nachdem er eine Weile streng zum immer noch notierenden Staatsanwalt hingesehen hatte, ebenfalls seinen Bleistift. Er trug ein Monokel. Auch die Geschworenen bewegten die Oberkörper, bis sie richtig saßen. Es war sehr warm im Saal.
„Bei Ihnen wohnte der Angeklagte?“
„Mir war er immer unheimlich“, sagte die Wirtin sofort.
„So? . . . Weshalb denn?“
„. . . Bezahlt hat er mich auch nicht.“
Der Staatsanwalt schriebs auf und machte den Geschworenen noch einmal deutlich, daß der Grund der Reise und die Ermordung des Lehrers in des Dichters ständiger Geldlosigkeit zu finden sei.
Der Vorsitzende fragte die Wirtin, ob der Dichter schon vorher irgendwelche Äußerungen mit Bezug auf den Mord getan habe, da er ihr unheimlich erschienen sei. Sie geriet, zur Belustigung der Zuschauer, ins ungehemmte Erzählen hinein, aufgebracht und endlos, bis der Vorsitzende „Halt!“ rief, weil die Richter das tägliche Leben des Dichters nunmehr genau kannten.