„Früh, wenn ich aufstand, ging er zu Bett. Zugetraut hab ich ihm alles . . . Denn man wußte ja nie, was er eigentlich macht“, sagte sie noch nachträglich, mit einem ärgerlichen Blick auf den Dichter, wobei ihre Unterlippe befriedigt vorschoß.
„Doch, ich habe gearbeitet“, antwortete der Dichter gereizt.
„Wir hörten aber eben, daß Sie den ganzen Tag geschlafen haben.“
Er schwieg.
Der Vorsitzende sagte schulterzuckend: „Arbeiten müssen alle Menschen.“
Und die Wirtin rief: „Das hab ich ihm auch gesagt.“
„Sie dürfen nur reden, wenn Sie gefragt werden.“
Ihr sich empört öffnender, sprechbereiter Mund klappte lautlos wieder zu, weil der Richter vorgriff: „Wie denn! Nur wenn Sie gefragt werden.“
Da sagte der Einäugige: „Der Angeklagte ist doch der Autor jener bekannten Artikelserie . . . Das war doch eine schwere, langwierige Arbeit für Sie, nicht wahr?“ Der Verteidiger öffnete ruckartig den Mund.
Der Staatsanwalt rief schnell: „Ich bin bereit, diese . . . Arbeiten hier verlesen zu lassen, wenn die Verteidigung glaubt, daß diese volksverhetzenden Schriften den Angeklagten entlasten können.“