Und als das Mädchen unvermittelt gefragt wurde, wie lange der Dichter ihr schon Zuhälterdienste leiste, glaubte er, zum ersten Male ganz hoffnungslos, es werde ihm unmöglich sein, den Ring, den Vorsitzender und Staatsanwalt um ihn zogen, zu sprengen.

Auch einige Geschworene fragten das Mädchen.

Bis sie endlich verwirrt sagte: „Er ist doch kein Zuhälter“, und an der ganzen Geschworenenreihe staunend entlang blickte.

Der Vorsitzende erklärte ihr: „Sie müssen die Wahrheit sagen, obgleich Sie nicht vereidigt sind. Aber ja doch!“ Und brachte nach langem, eindringlichem Fragen aus ihr heraus, daß sie den Dichter schon seit einem Jahre kenne und daß er damals zu ihr gesagt hatte, er wolle sie heiraten.

Sehr ernst geworden, sahen die Geschworenen in den leeren Zuschauerraum.

Und der Vorsitzende sagte sofort: „Es ist doch auffallend, daß ein Mädchen wie Sie einem Menschen nur so Geld gibt, ihn sogar warten läßt im Nebenzimmer, bis sie das Geld sozusagen . . . verdient hat.“

Da sah sie ihn verächtlich an. Doch ganz schnell veränderte sich ihr Gesicht; die ganze Körperhaltung drückte schroffe Gleichgültigkeit aus. „Ist mir einerlei.“

„Was ist Ihnen gleich?“

„Alles natürlich!“

„Ich frage Sie, was Sie momentan dachten, das Ihnen gleich sei.“