Und durch die nach vierzehn tödlich harten Jahren zum ersten Male wieder empfundene Weichheit schritt aufrecht der Lehrer. Das Gesicht des Dichters wurde spitzig.

Es klingelte.

So starr blickte der Dichter zur Wand, daß er das Aufstehen der Mutter nicht bemerkte, die lautlos aus dem Zimmer ging.

„Schulausflug . . . durch den Wald“, tastete er, den Atem angehalten, und horchte dabei auf das Schimpfen der fremden Stimme in der Küche.

Wie ein junges Mädchen sieht sie jetzt aus, dachte der Dichter gerührt, als er seine Mutter ansah, die verlegen zurückkam. Bis zum weißen Scheitel stieg in ihr die Schamröte.

Seine Gedanken kehrten sofort zum Schulausflug zurück.

„Die Milch . . .“

„Die Milch?“ unterbrach der Dichter entsetzt.

„Weil ich die Milchrechnung nicht bezahlen konnte.“

„Halt!“ brüllte er und sprang auf. „Nein, still!!“ Mit der Hand hielt er die Mutter weg und blickte starr auf das Schulerlebnis, das jetzt scharf aufhellte. Sein ganzer Körper begann zu zittern, sein Gesicht verzerrte sich wie das eines Verfolgungswahnsinnigen, den der Arzt in eine Krise versetzt hat. Bebend klammerte er sich an die Mutter an — der Traum blitzte auf. Und seine weißen Lippen formten die Worte: „Weil ich bei dem Schulausflug die zehn Pfennige nicht hatte, um das Glas Milch bezahlen zu können . . .“