Das Gelächter brach jäh ab, als der Vorsitzende„Ruhe!“ brüllte, und zum Dichter: „Jetzt ists genug!“

Es war vollkommen still geworden. „Man sieht sie Importen rauchen“, sagte noch jemand nachträglich.

Der Kontakt war hergestellt zwischen dem Publikum und seinem Sprecher.

Der sah nicht mehr gefesselt aus, stand groß und kalt im Saal, sprach hart. „Aber unten wird der Trichter eng, immer enger, und das Wasser rast im Kreis! Unten werden die Menschen herumgewirbelt, gegeneinander geschleudert. Eine ungeheure Reibung findet statt — der furchtbare Kampf ums nackte, nackte Leben! . . . Die falsche Moral, einem unaufhörlich quellenden, giftigen Nebel gleich, erfüllt den Trichter, verwirrt die Seelen, verdeckt die natürlichen Wege. Millionen zwingt man, die Armut da unten zu ertragen, im Elend zu verblöden und unterzugehen! Andere Millionen Unglückliche drängen hinauf, wo die Kreise groß sind, wo das Leben ist. Aber die Oberen und der Rhythmus des furchtbaren Wirbels drücken nach unten. Und dieser Wunden schlagende Rhythmus der sozialen Verhältnisse ist nur durch Verbrechen zu unterbrechen . . . Dann wird verurteilt und geköpft.“

„Aber das ist ja krasseste Phantasie. Das anzuhören, haben wir nicht die Zeit.“

Da rief der Dichter, plötzlich wieder flammend: „Mein Leben ist verloren, diese fünf Minuten sollen mein sein.“

Die Köpfe der zwei Gerichtsdiener zuckten scharf ins Profil, auf ihn zu.

Ein dunkler Tumult hatte sich im Zuschauerraum erhoben; die scharfe Stimme des Vorsitzenden ging darin unter. Er wollte schon den Befehl geben, den Saal zu räumen.

„Eines Tages“, sagte der Dichter, und es wurde ganz still, „. . . stoßen die in diesem Wirbel empfangenen Ursachen einen Strahl Gift ab . . . und dies, nur dies ist des Menschen Motiv zum Verbrechen, zum Mord. Denn ich sage Ihnen: das Motiv ist nur das vorletzte und die Tat nur das letzte Glied der Ursachenkette.“ Seine Stimme wurde tonlos:

„Schuld? . . . So ist der Mensch geworden, weil sein Vater so war, seine ganze Umgebung: verwirrt, arm, gedemütigt, verwundet und deshalb böse. Schuld ist das ganze Menschengeschlecht. Am Einzelnen bricht die Schuld aller nur aus!“