„Deshalb rufe ich euch an, ich rufe euch alle an, ich schreibe euch mitten ins Herz hinein: verachtet fernerhin nicht die, so in Zuchthäusern ihr Leben verbringen müssen oder unterm Richtbeil sterben. Sie leiden und sterben für euch, durch euer aller Schuld.“

„Und Sie, Herr Staatsanwalt, Ankläger und deshalb Schuldigster dieser Welt! selbst Sie sind so unschuldig wie jene, denn auch Sie wurden den Ursachen ausgeliefert, die Sie zum Staatsanwalt, die Sie schuldig machten.“

„Ja, ich bin fertig.“ Runde Flecken brannten auf seinen Backenknochen.

Im Geschworenenzimmer hing ein Christus und sah schmerzlich auf die zwölf hinunter.

Der vollblütige Obmann war ein Färbereibesitzer, ein schwerer Herr, fast ohne Hals; entsprechend klang seine Stimme: „Dem kann wohl kein Gott mehr helfen.“ Vorsichtig näherte er seiner Nase eine blaue Emaildose und mußte die Augen schließen vor dem starken Duft. Dann atmete er auf. Es roch nach Staub im Zimmer.

Der Einäugige hatte seine Ruhe vollkommen verloren. Alle saßen. Nur er lief im Zimmer schnell auf und ab.

„Da ist nichts wegzudeuteln“, antwortete der Nachbar dem Obmann, der wieder die Dose seiner Nase näherte. Feierliche Verlegenheit der neuartigen Situation gegenüber ließ das Schweigen fortbestehen.

Da fielen ein paar Stichworte. Und die Geschworenen begannen angeregt die Hauptpunkte noch einmal durchzusprechen.

Mitten hinein sagte der Zigarettenhändler plötzlich:

„So ein ruhiger, bescheidener Mensch. Bei mir hat er sich oft seine billigen Zigaretten gekauft. Ist auch manchmal schuldig geblieben. Ganz schüchtern . . . Und jetzt so was.“