Der geheime Todeswunsch, der ihm das imaginäre Messer in die Hand gegeben hatte, veranlaßte ihn auch jetzt, blind in die Gefahr hineinzurennen.

Die Fischer waren schon lange nach Hanse gegangen. Jürgen stand dunkel in der unwirklichen Helligkeit, die das Eis ausstrahlte. Zehn Schritte von ihm entfernt war tiefschwarze Nacht. Das Eis knackte leise. Tierische Laute stieß Jürgen aus, während er als schwarzer rechter Winkel stadtwärts sauste.

War er knapp an einem Wasserloch vorbeigeglitten, dann klang sein wilder Schrei der Genugtuung in die Einsamkeit.

Näher der Stadt mehrten sich die Wasserlöcher, links und rechts von ihm, manchmal unerwartet dicht vor ihm.

Angespannt und stumm geworden, zog er seine Bogen um den Tod herum.

Blickte zur Stadt, die sich wie eine ferne Verheißung lichtglitzernd vor ihm auftat.

Und glitschte glatt ins weiche Wasserloch: unter die Eisdecke.

Der Vater, die Tante, die Professoren drückten und schoben ihn immer tiefer hinunter. ‚Eifrig und eigentlich gutmütig‘, dachte Jürgen. ‚Das sollten sie aber nicht tun . . . Zum Steckenpferd müßten sie auch Luft geben . . . Haben aber selbst keine Luft.‘

Hundert grüne Väter, wellig verzogen, schlingerten vom Grunde empor, um Jürgen herum. ‚Auch ertrunken? So oft ertrunken?‘ dachte er noch. ‚. . . Luft!‘

Anmerkungen zur Transkription