„Der Engel ist auch Dein Kind! Nimm sie wieder, Elisa! Gloria in Excelsis Deo!“ rief Horazio seiner Theano zu.
Sie wollte die Hände ausbreiten, aber sie sanken, und regungslos blieb sie ihm in den Armen; Elisa, die schon halb vor der Mutter hingekniet, war ganz umgesunken — die goldenen Flügel knisterten, die Lilie lag am Boden, und Sie, wie ein Engel, wie eine Lilie, blaß und schön daneben. Die Lichter am Christbaume flackerten auf und verschwanden; die Helle des Himmels schien in das Zimmer; die Uhr schlug Neun und nach dem Schlage spielte sie ihr Lied.
Lambton, hab’ ich je geweint, so war es da; und wenn die Worte meines Briefes verwischt sind, so ist es von den großen warmen Thränen, die darauf gefallen. Nun gehabt Euch wohl!
Dr. Toland.“
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Das las ich bei meinem Grubenlicht, und was Toland’s Thränen nicht schon unleserlich gemacht hatten, das machten die meinen. Ich wußte in meiner Freude um Elisa, meiner Angst um mich kein Mittel, mich wohl zu gehaben als das: Ich langte meinen Trauschein aus der Tasche auf meiner Brust, entfaltete ihn und las ihn feierlich. Die Namen Lisanna und Roßborn, York, Crabbe und Patrik als Zeugen übten eine gewisse Kraft über mich aus, aber auch keine; und doch las ich immer ihn wieder, ohne mehr daran zu denken, bis mich die Andern anriefen mit hinaus zu kommen „in die Welt“ wie sie sagen.
Ich wankte nur „in die Welt;“ denn was sollt’ ich darin? Sir Horazio’s Ungunst hatte mir der gute Doctor mit klaren Worten geschrieben! der lange Daniel hatte Marion nicht geheirathet! — was noch geschehen konnte. — Doctor Toland selbst hatte meine Sammlung verkauft, und mir 10 Pfund davon geschickt. Nun Gott segne ihm das Andre! ich bin reichlich bezahlt. Die 15,000 Pfund hat er wohlverdient! Denn Er hat Lisanna zu Elisa gemacht, ihr Vater und Mutter, Hab und Gut gegeben! Wenn er nur nichts mehr schriebe! es macht mich nur preßhaft.
Schloß Rowlandhill, den letzten April 1821.
— Und doch erhielt ich am Sonntage Palmarum noch Folgendes von ihm.