Ist sie todt? frag ich, und fahre empor.
»Nun Sie es sagen — ja! Sie ist todt!« spricht er und weint.
Ich falle vor Schreck zurück. Ich denke sie mir todt. In der That, mir stockt das Herz. Ich athme kaum. Weinen kann ich nicht.
»Aber Ihr kleiner Sohn lebt;« spricht er.
Also meine Frau ist todt! ruf’ ich und springe aus dem Bett.
»Am gelben Fieber;« sagt er. »Vor vierzehn Tagen. Die reiche, schöne, junge Wittwe hier hat sie redlich pflegen und begraben lassen, und ihr ein gemauertes Kästchen in das Wasser machen, denn hier begräbt man in Wasser.«
Nun kann ich weinen.
Nach langem Schweigen frag’ ich zu meinem Troste: aber mein Sohn lebt, warum kommt er nicht?
»Schon Ihre vormalige Frau hat geglaubt, Sie sind voraus nach Ohio — und so hat, natürlich aus einem Irrthum, das gute liebe Weib hier, ich meine Madame Josephine, ihn in guter Begleitung nach Cincinnati abreisen lassen mit Briefen an dasselbe Haus, an das Sie empfohlen sind. Das weiß ich vom Hausvoigt. Ja, sie hat ihn schon fortgesandt, ehe er auch erkranke, und ehe seine Mutter gestorben ist.«
Aber warum lebe ich noch? Wo sind die Neger gewesen?