»Freilich ... ich würde schon nachkommen; die Post wird heute abend dahin gehen.«

»Das ist richtig,« fiel der Regierungsrat ein; »ich rate Ihnen auch, tun Sie das.«

»Nun, so steigen Sie aus,« unterbrach der General, »und holen Sie sich Ihr Pulver ...«

Gotthard stieg aus und machte einen schwachen Versuch zu lächeln, als er sich zum Abschied verbeugte.

»Adieu, lieber Doktor,« sagte der General mit grüßendem Kopfnicken; »ich hoffe, es wird nicht von Bedeutung sein und Sie lassen uns nicht im Stich — also vorwärts, Postillon!«

Der Postillon schlug auf seine Pferde, der Wagen rollte davon — Gotthard atmete tief und schwer auf — es war ihm wenigstens eine Erleichterung, nicht mehr unter den drei Männern im Wagen zu sitzen.

Unter diesen drei Männern, von denen ihn, den Entehrten, jetzt eine Kluft trennte, daß sie ihm zu Wesen aus einer anderen Welt geworden, aus einer Welt, an der er keinen Teil mehr hatte?

Er stand und sah dem Wagen nach. Eine Weile starrte er ihm nach mit Augen, die nichts sahen, mit zuckenden Hirnfibern, die nichts dachten ... und dann zuckte durch diese Fibern ein Gedanke, der wie ein Blitz war und wie ein stechender Schmerz ..., ein leises Aufstöhnen rang sich dabei wie ein unterdrückter Aufschrei aus seiner Brust.

»O mein Gott!« sagte er sich und schlug dabei krampfhaft die Hände zusammen; »da fahren sie hin, ich lasse sie allein dahinfahren — nun wird der Adjutant sofort sprechen! Ich kopfloser Mensch! Ich hätte bleiben — heute abend unter vier Augen mit dem Adjutanten reden müssen — vielleicht hätte er mir geglaubt — jetzt aber ist alles verloren! alles! O mein Gott, alles!«

Er wandte sich und schritt mit hastigen Schritten der eben verlassenen Stadt wieder zu.