»Ich bin's, Herzlieb — endlich, endlich, endlich bei dir. Es sind sechs Wochen, seit du unsere Stadt verließest, Annchen, und mir scheint's eine Ewigkeit.«

»Ach ja,« seufzte Annchen, »und mir erst!« ... »Die gute, liebe Stadt und die gute, brave Frau Professorin ...«

»War's deine Frau Professorin, der Drache, der dich auf den Klubbällen im Konzert so scharf im Auge hielt, was dein Sehnen weckte?« fiel er lächelnd ein.

»Ach, du weißt's ja, böser Gotthard,« sagte sie mit einem Blick voll Glück zu ihm aufschauend, »aber nun komm, da drinnen im Gartenhaus sieht uns niemand, wir haben jetzt fürchterlich viel zu überlegen.«

Er folgte ihr nach dem Pavillon und setzte sich neben die Geliebte, sie zärtlich umschlingend.

»Wir haben zu überlegen, sagst du? ...« fuhr er fort, »soll ich denn nicht, wie wir schon in der Stadt übereingekommen sind, jetzt frei heraus mit deinem Vater reden? Ich habe ihn schon gesehen und gesprochen; ja, denk' dir — ich habe schon — er gefiel mir so gut, er machte mir solch einen vertrauenerweckenden Eindruck, ganz wie ein durchaus wohlwollender und verständiger Mann ...«

»Was hast du? was hast du? sprich!« unterbrach ihn Anna ängstlich.

»Ich habe schon in gewisser Weise eingeleitet — ich habe ihm ganz unverhohlen und in durchaus wahrhafter Weise Andeutungen über meine Verhältnisse gemacht.«

»O, sei nicht zu rasch, nicht zu rasch, Gotthard,« flüsterte Anna hier ängstlich ...; »in der Stadt dachte ich mir's leichter, seine Einwilligung zu erhalten, als seitdem ich wieder hier bin — in der Stadt, weißt du, denken die Menschen doch nicht gar so entsetzlich klein und beschränkt, aber in solch einem kleinen Neste, wie dieses, sind sie alle so blind für alles, was nicht Geld ist ... und der Vater, ach, der Vater hält auch so viel darauf, und ich fürchte, ich fürchte, er hat schon eine Partie für mich ausgesucht, und wenn das wäre, dann würden wir grausam viel zu kämpfen haben — er kann so schlimm, so gar schlimm sein, du kennst ihn nicht!«