Die Trennung von Godefroy müßte natürlich eine unwiderrufliche und vollständige sein.
Prinz Friedrich-Eugen Montbéliard an Delphine.
Paris, den 3. Dezember 1788.
Geliebte, einzige Frau, verzeih mir, Du Süße, verzeih! Deine Briefe, – das Schreiben des Herrn Marquis, – die Mitteilungen Gaillards –, zwischen Seligkeit und Empörung, zwischen Freude und Schrecken rissen sie mich hin und her! Armes Herz, wie leidest Du, und bist so grenzenlos allein! Du hoffst, den Marquis zu erweichen, nachdem der erste Schritt schon getan ist; ich aber fürchte, die Niederlage seiner Partei hat ihn vollends steinhart gemacht. Die Ehre des Standes, die Ehre des Namens ist sein einziges Idol; läßt er uns das Kind, so wäre das ein Eingeständnis seiner Schmach, – er wird es niemals zugeben. Es bleibt uns nur eins: die Flucht. Da ich Deiner Liebe sicher bin, mute ich sie Dir zu. Bist Du bereit, so ist alles übrige ein Kinderspiel.
Marquis Montjoie an Delphine.
Paris, den 10. Dezember 1788.
Sie haben mein letztes Wort. Ich bin nicht gesonnen, einen Schritt zurückzuweichen. Nur insofern will ich Ihren Wünschen entgegenkommen, als ich nicht zur sofortigen Entscheidung dränge. Ich gebe Ihnen ein Jahr Bedenkzeit. Sie werden in dieser Zeit jede direkte Verbindung mit dem Prinzen vermeiden. Sie mögen während seiner Dauer ermächtigt sein, die eventuell geeignete Pflegerin für das Kind selbst zu wählen.
Ich höre, daß die Kälte im Elsaß noch stärker ist als hier; da es uns an Holz fehlen dürfte, habe ich den Auftrag gegeben, die Parkbäume fällen zu lassen.
Prinz Friedrich-Eugen Montbéliard an Delphine.
Paris, den 23. Dezember 1788.