»Alles ist vorbei. Ich fahre morgen mit dem Kinde nach Hause, um mich mit ihm zu vergraben.« Dieser gräßliche Zettel kommt mir in die Hand. Sie dürfen nicht fort. Sie müssen dem Schicksal trotzen, nicht sich ihm ergeben. Ich weiche nicht von Ihrer Schwelle, und werde mich den Pferden in die Zügel werfen; hören Sie denjenigen, den Sie selbst Ihren einzigen Freund nannten.
Graf Guy Chevreuse an Delphine.
Am 21. Dezember.
Sie halten sich allzulange mit der Toilette auf, Sie wollen zu schön sein, reizende Frau; nur darum, nicht wahr, lassen Sie mich warten? Bekomme ich keine Antwort durch meinen Jäger, so bin ich in einer Stunde bei Ihnen und entführe meine Schöne mit Gewalt.
Johann von Altenau an Delphine.
Paris, am 22. Dezember 1778.
Es ist geschehen. Ich war es. Sie, die einzige, die es wissen, können mich als den Mörder Ihres Kindes verfolgen lassen und noch unter dem Galgen würde ich schwören, daß es die beste Tat meines Lebens war. Ich habe, barmherziger als die Mutter, einem armen Idioten eine Kugel in die Schläfe gejagt, und eine Frau, die sich selbst zum Tode verurteilen wollte, dem Leben zurückgegeben.
Daß ich in der Nacht, als ich zum Zimmer des Kindes schlich, dem Grafen Chevreuse begegnete, hat meine Freude gedämpft. Sie ließen ihn zwar abweisen, aber er schien zu seinem Kommen ein Recht zu haben. Ich bedauere Ihre voreilige Wahl, aber ich habe mich durch meine Tat aller Ansprüche der Freundschaft, also auch der, zu warnen, begeben.
Leben Sie wohl, Delphine. Werden Sie glücklich!