Judith seufzte; sie hatte doch auch gedacht, eine vornehme Erscheinung zu sein und war sehr unbefriedigt von dem ersten Abend.
Martha fand ihren Pflegling noch mit großen, offenen Augen.
„Hören Sie nur, wie die Tamina rauscht!“ flüsterte Fanny. „Ach, bitte, lesen Sie noch einen Psalm oder ein Lied zur ‚Gute Nacht!‘“
Martha griff nach der Bibel und las den 121. Psalm: „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen, von welchen mir Hilfe kommt; meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat“ — bis zum Schluß: „Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele; der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“ Dann betete sie den Vers:
Wenn der Wellen Macht
In der trüben Nacht
Will des Herzens Schifflein decken,
Wollst du deine Hand ausstrecken;
Habe auf mich acht,
Hüter in der Nacht!