(Die Jungen intonierten: didelum, didelum, didelum),
’s ist gar nicht lange her
(Didelum, didelum, didelum),
Wir brauchen uns nicht erst drauf zu besinnen
(Didelum, didelum, didelum),
Das freut uns desto mehr,
Das freut uns desto mehr.
Hierauf marschierten sie an Martha vorüber, und jedes Kind reichte ihr sein Schneeglöckchen, auch das zweijährige Mariechen wackelte den anderen nach. Martha wußte nicht, ob sie lachen oder weinen sollte, es war für ihre jetzige Gemütsverfassung etwas viel; aber das Ganze sah so reizend aus, die Kindergesichter strahlten fröhlich, und es war mit so viel Liebe erdacht, daß sie sich doch von Herzen freuen mußte und die kleine Marie und ihr Suschen abwechselnd umarmen. Die anderen wollten aber auch berücksichtigt sein. Da war zuerst der sechszehnjährige Sekundaner Wilhelm, die vierzehnjährige Luise, die zwölfjährigen Zwillinge Arthur und Hans, die achtjährige, schmächtige Anna, der vierjährige Gottfried und die zweijährige Marie. Alle umdrängten sie Martha, eins überschrie das andere, sie waren offenbar aufgeregt durch die Empfangsfeierlichkeit: „Hast du dieses Jahr schon Schneeglöckchen gesehen? Sie sind ganz hinten aus dem Garten, Hans hat sie unterm Schnee hervorgesucht.“ „Kannst du auch singen?“ „Kannst du Post- und Reisespiel?“ „Kannst du Zwickmühle?“ „Sieh ’mal, das ist meine Puppenstube!“ „Haben Sie ‚Die Ahnen‘ schon gelesen, Fräulein Feldwart?“
Sie wußte in der That nicht, wem sie zuerst antworten sollte, ja, zuweilen kamen Momente, wo sie sich am liebsten die Ohren zugehalten hätte, denn solch ein Trubel war ihr gänzlich ungewohnt. Aber sie fand sich schnell darin zurecht.
„Kommt“, sagte Suschen, „jetzt schlachten wir zuerst Martha zu Ehren die beiden Apfelsinen, die der Vater mitgebracht hat; jeder bekommt ein Viertel und Mariechen ein kleines Biskuit. Dann spielen wir; Luischen soll sagen, was?“