Beim Abendbrot redete Martha den Hausherrn an: „Onkel Werner, Phine und ich haben einen sehr großen Wunsch!“

„Nun, und welchen?“ fragte er freundlich.

Martha trug die Sache vor; der Onkel lachte: „Wenn ich da nur nicht aus dem Regen in die Traufe komme!“

„Sie könnten es doch versuchen!“ bat Martha weiter. „Phine versteht sich darauf und wir könnten ihr helfen.“

„Ja, wir alle! wir alle!“ riefen die Zwillinge.

„Meinetwegen, versucht die Sache!“ entschied der Direktor. „Das Heracleum giebt euch Freund Friedhelm umsonst.“

Wilhelm holte es, brachte auch noch einige Maispflanzen und ein Körbchen voll Vergißmeinnicht mit; Phine hob sorglich die überflüssigen Pflanzen aus; sie kamen unter die Aufsicht von Luise; Arthur und Hans durften an der Laube unter Suschens Aufsicht Löcher ausarbeiten, und Martha setzte die Pflänzchen mit geschickter Hand ein. Phine arrangierte indessen das Mittelbeet und Anna trug ihr in der kleinen Gießkanne immer wieder frisches Wasser zu. Die kräftige Mittelpflanze, obgleich sie ihre Höhe noch nicht erreicht hatte und jetzt die Blätter hing, hob das Beet sehr.

„Ihr sollt ’mal sehen, wenn alles ordentlich anwächst, wie reizend es wird“, rief die Obergärtnerin; sie war ganz aufgelebt und nicht wiederzuerkennen.

Die Garderobe war nun zwar nicht ganz ohne Schaden weggekommen, aber die Freude über das gemeinsam Geschaffene strahlte allen aus den Augen.

Dies war der Anfang vieler Vergnügungen; abends mußte man gießen; hier und da wurden noch Verbesserungen für nötig befunden; die ganze junge Familie entwickelte ein nie gekanntes Interesse an der Gärtnerei, und Josephine gab eine sehr geschickte Lehrmeisterin ab. Auch verstand es niemand so gut wie sie, die Ranken des wilden Weines und des Geisblattes zierlich aufzubinden oder aus wenigen Blumen einen anmutigen Strauß zu schaffen.