„Das können Sie immerhin thun; ich habe ihr schon gesagt, daß ich nur bis Michaelis bleibe, weil ich das Gequäle nicht aushalten kann.“
Auf der Schwelle ging es auch eben nicht sehr friedlich zu: „Elli, du reißest mir ja das Buch fort!“
„Ja, es gehört mir, Sophiechen, und ich will’s haben; ich kann sonst nichts sehen!“
Bevor es sich Martha versah, entspann sich ein Streit, der an Heftigkeit zunahm und den begehrten Gegenstand aufs äußerste bedrohte.
„Lest euch doch vor!“ riet Martha.
„Das sollen wir nicht, weil wir öfter Halsschmerzen haben!“
„Wenn ich euch aber nun vorlese?“
Der Vorschlag fand Beifall.
Martha öffnete das Buch von Johanna Spyri: ‚Was aus Gritlis Kindern geworden ist.‘ Sie begann, fühlte sich angezogen und las mit wachsendem Vergnügen.
„Ach, Fräulein, Fräulein!“ rief die kleine Elende, „kommen Sie doch hierher!“