„Das kann ich nicht, meines Fußes wegen; aber vielleicht ist deine Wärterin so freundlich, deinen Fahrstuhl zu uns zu bringen.“

Es geschah. Die Kinder lauschten gespannt; nur zuweilen entspann sich eine ergötzliche Unterhaltung über die Abenteuer der Doktorskinder, und nicht nur die Zuhörer bedauerten es, sondern auch Martha, als die Erscheinung einer sehr vornehm aussehenden Dame die Unterhaltung unterbrach.

„Wie kommst du hierher, Fanny?“

„Ach, Mama, es wurde hier so schön vorgelesen!“

Die Dame sah Martha sehr scharf beobachtend an: „Darf ich vielleicht fragen, mit wem ich die Ehre habe?“

Martha nannte ihren Namen und sagte, daß sie als Gast von Frau Amtsrätin Rösner und zu ihrer Erholung hier sei.

Zwei Fräulein, wie Martha schon bei Tisch bemerkt, die Töchter der Dame, traten jetzt herzu; die eine in sehr gerader, vornehmer Haltung, die andere anmutig grüßend und dann liebevoll über ihr krankes Schwesterchen gebeugt, mit demselben plaudernd und kosend.

Frau v. Märzfeld, der Name war Martha aus der Badeliste bekannt, ließ sich das Buch reichen; da sie sich zu überzeugen schien, daß es keinen gefahrdrohenden Inhalt hatte, gab sie es huldvoll zurück und verschwand mit einem Wink an die Töchter, sie zu begleiten.

Am anderen Nachmittage waren Elli und Sophiechen mit ihren Eltern ausgefahren und Martha mit Fanny und ihrer Wärterin allein. Erstere konnte sich schon ein wenig mehr bewegen und nahm absichtlich ihren Platz ganz dicht beim Fahrstuhl der Kleinen.

„Wie schlecht“, sagte Fanny, „das Buch mitzunehmen!“