Meinhard zitterte unter der Hand des feisten Mannes, wollte ihr entgleiten, schmiegte sich in sie.

„Sie haben Freunde, junger Herzog,“ quäkte der Frauenberger, blinzelte bieder, feixte behäbig.

Den Tag darauf sagte er: „Warum bleiben Sie eigentlich hier, junger Herzog? Wenn Ihnen der Brief Ihrer Tiroler nicht mißfällt, warum folgen Sie ihm nicht?“ Sie ritten spazieren, es war früh am Morgen, unten rauschte grün und frisch zwischen vielen Inseln von Kies die Isar, ein großes Floß unter Lärm und Geräusch der Schiffer steuerte vorsichtig. Der Gang des Pferdes verlangsamte sich. Meinhard hockte schlaff, dick, betreten auf seinem Falben.

„Das geht doch nicht,“ sagte er. „Das kann ich doch nicht.“

„Warum können Sie nicht?“ beharrte der Frauenberger. Er ritt ganz dicht an ihn heran, hob ihm wie einem Kind das Kinn. „Wer ist hier der Herr,“ sagte er, „Herzog Stephan oder Sie?“

„Ja,“ sagte Meinhard, „wer ist hier der Herr?“ Aber es klang gar nicht trotzig, sondern trüb grüblerisch. Sein ganzes Zutrauen zu dem Albino war weg, es war trist, wie unten die Isar sich zwängte, er hatte Scheu vor dem Frauenberger, hätte nachmittags beinahe den Prinzen Friedrich gebeten, ihn wegzuschicken.

Am andern Morgen sprach der Albino nicht mehr von dem Plan, Bayern zu verlassen. Er lag mit Meinhard im Gras unter reifendem Obst. Er sang sein Lied von den sieben Freuden, kommentierte es väterlich, wohlwollend, saftig. Diese Weltanschauung ging dem jungen Fürsten sehr ein, er streichelte seinen Siebenschläfer Peter, war vergnügt. Der Frauenberger streckte sich, knackte die Gelenke, drehte sich auf die Seite, gähnte, schlief mit mächtigem Geräusch. Ja, schlafen war das Beste. Gelockt, aber doch mit dunkleren, scheuen Augen betrachtete Meinhard den unbekümmerten, fleischigen, schnarchenden Mann.

Agnes sagte zu ihm: „Sie sind sehr lange in München, Herr von Frauenberg. Sie haben doch so wichtige Ämter in Tirol. Vermißt man Sie dort nicht?“

Der Frauenberger grinste, betastete sie mit seinen rötlichen Augen, daß sie schwerer atmete, quäkte: „Ich bin natürlich nur Ihrethalb hier, Gräfin Agnes.“

Sie kamen zusammen, er lag auf ihren Polstern, es war drückender Sommer, die Luft im Raum war dumpf und furchtbar heiß. Sie streichelte seine prall fette, rosige Haut. „Nun,“ lächelte sie, „hab’ ich den falschen Teil erwählt? Ich hab’ mich gut gesichert, scheint mir.“