Der Enterich trat nun auch vor das junge Rouen-Entchen.
»Wollen auch Sie mit mir kommen?« fragte er etwas von oben herab.
»Es ist mir eine große Ehre,« sagte bescheiden das Bunte und verneigte sich, »und ich werde Ihnen eine gehorsame Gefährtin sein.«
»Freut mich,« sagte der Enterich. Die beiden jungen Enten nahmen nun Abschied von ihren Müttern und zogen mit dem Enterich auf seinen Hof.
Dort lebten sie vergnügt zusammen. Das weiße Entlein nach neuen Grundsätzen, und das Bunte nach alten. Da der Enterich ein guter Kerl war, kam es mit den Grundsätzen ganz aufs selbe heraus.
Sie fraßen alle drei aus einer Schüssel: die Weiße, weil sie fressen wollte, und die Bunte, weil sie fressen durfte.
Sie zogen beide hinter dem Enterich her auf die grüne Wiese, die Weiße, weil es ihr so paßte, und die Bunte, weil sie nichts Besseres zu tun wußte.
Sie legten jeden Morgen ihr Ei, die Gelbschnäbelige, weil sie wußte, daß es ihr von der Natur so bestimmt war, und die andere, weil das Ei ja von selber kam.
Und beide bekamen Junge, niedliche gelbe Dinger. Und beide führten sie gut und gewissenhaft: Die Weiße, weil sie die herzigen Geschöpfe liebte, ob sie wollte oder nicht, und die Bunte, weil sie sie auch liebte und es noch dazu ihre Pflicht und ihr Stolz war.
Die mit den neuen Grundsätzen führte und erzog ihre Jungen, wie sie es für gut fand, denn der Enterich redete ihr nie darein, er hatte anderes zu tun. Und die mit den alten Grundsätzen führte sie auch allein, denn auch um ihre Kleinen kümmerte sich der Enterich nicht.