»Lieber Freund, dann muß ich auf die Freude verzichten, deiner Hochzeit beizuwohnen,« rief ein Eichhorn, das oben im Baume wohnte und nie zugeben wollte, daß es junge Vögel und Vogeleier fraß, »Fleisch von Tieren esse ich nie!«

»Nicht?« fragte verwundert die Eidechse, eine Freundin des Laubfrosches. »Warum nicht?«

»Ich bitte Sie! Tiere töten! Sie sind doch unsersgleichen!«

»Ja, du liebe Zeit,« rief die Eidechse, »das tun wir doch fast alle.«

»So! Da haben wir es wieder! Weil es alle tun, ist es recht! Meinetwegen, geben Sie gebratene Mücken, ich esse eben daheim meine Nüsse.«

»Bewahre!« begütigte der Laubfrosch, »ich werde mit Freuden für Sie Nüsse besorgen. Also: erster Gang: gebratene Mücken und Nüsse. Zweiter Gang vielleicht Ameiseneier?«

»Es tut mir leid,« rief der Regenwurm, »die esse ich grundsätzlich nie.« Der Regenwurm hatte so viele Grundsätze, daß er an nichts anderes denken konnte als daran, keinen zu vergessen. Sonst sah und hörte er nichts, und nur wenn einer von Grundsätzen sprach, hob er den Kopf.

»Mit was darf ich Ihnen denn aufwarten?« fragte freundlich der Laubfrosch.

»Mit feiner Erde, wenn ich bitten darf,« sagte der Regenwurm, »ein Drittel Walderde, ein Drittel Sand und ein Drittel Roßmist.«

»Ich werde alles sehr gerne für Sie besorgen lassen,« sagte der Laubfrosch. »Zweiter Gang: Ameiseneier und Walderde. Weiter!«