Der Enterich, der am Zaun in der Sonne lag, hatte mit seinen beerenschwarzen Augen dem allem zugesehen. Er war aber zu faul, um zu sagen, was er dachte. Er wippte nur mit dem Schwänzlein und schnatterte ganz leise. Seine beiden Enten konnten sich nicht genug wundern, daß der Hahn solche grobe Schmeicheleien glaube. Sie sahen hinüber zum Hahn und schnatterten empört und verächtlich. Dann begannen sie gleichzeitig den Enterich zärtlich zu lausen. Er ließ es sich gefallen.
Warum auch nicht?
Eintagsfliegen
Ein paar leichtbeschwingte Fliegen summten um den schön gezopften Misthaufen im Hühnerhof herum.
Eine von ihnen, eine behäbige, wie blaues Metall glänzende Roßfliege setzte sich auf den hölzernen Zaun, der den Hof umschloß, denn es war unter ihrer Würde, sich tiefer unten niederzulassen. Sie hatte der Welt Großes geschenkt. Eine Entdeckung von Ewigkeitswert war ihr gelungen: Sie hatte die Grenze der Erde erreicht. Triumphierend sah sie sich um.
»Die ganze Welt ist nun unser,« sagte sie, und ein Schauer der Ehrfurcht machte die zarten Flügel der andern erzittern.
»Unser, im wahren Sinn des Wortes,« sagte bewundernd eine kleine, muntere Fliege. »Nach allen Richtungen haben wir sie erforscht. Sie birgt kein Geheimnis mehr für uns.« Die tausend Augen der Zuhörer richteten sich wieder auf die Roßfliege, die aber unwillig surrte, denn sie liebte es nicht, wenn andere in der Mehrzahl von ihrer Entdeckung redeten.
Die muntere Fliege kratzte sich etwas verlegen mit dem dünnen Beinchen den Kopf.
»Ich sage wir, weil ich dadurch andeuten möchte, daß das Universum teilnimmt an dem Großen, das in diesen Tagen geschah. Und auch, weil wir andern es uns nicht nehmen lassen wollen, uns als einen Teil des Ganzen zu fühlen, als einen Stein am Bauwerk der Wissenschaft, als eine Staffel an der Leiter des Ruhms, deren höchste Stufe unsere glorreiche Roßfliege – es verneigten sich alle zum Zeichen des Respekts und schwirrten mit den Flügeln – erreicht hat.«