Die Gefeierte sah bescheiden mit den tausend Facetten ihrer Augen zum Himmel auf, mit der anderen Hälfte spiegelte sie im Kreis herum, ob man ihr auch allseitig die gebührende Hochachtung erweise.

Plötzlich flogen alle Anwesenden erschrocken auf, denn es nahte sich ein großer, unbekannter Fliegenschwarm. Sie setzten sich aber sogleich wieder, da die Herannahenden kamen, um dem blauglänzenden Forscher Ehre zu erweisen.

Ein gegenseitiges, höfliches Flügelrauschen, Summen und Surren erhob sich. Ein bewunderndes Auf- und Abwogen, ein Gratulieren, bescheidenes Abwehren, interessiertes Fragen, bestimmtes, sicheres Antworten. Eine grünschillernde Fliege sprach für die andern. Sie wandte sich an die Roßfliege.

»Du hast es erreicht,« begann sie. »Ohnegleichen ist dein Ruhm. Himmel und Erde sind dir kein Geheimnis mehr. Die Grenze der Welt hast du erforscht. Unter die Unsterblichen bist du aufgenommen worden.« Sie funkelte mit ihren geschliffenen Augen die Roßfliege an, die zusehends dicker, größer, blauer und haariger wurde. Alles an ihr wuchs und gleißte.

Sie surrte auf das korrekteste ihren Dank, nahm den Orden der erlösten Paradiesfliegen entgegen, und geleitete darauf die Deputation über den Misthaufen, durch den Hof, weit in den Garten hinaus. –

»Die Blaue platzt noch vor Hochmut,« sagte eine Biene, die an ihr vorüberflog. Sie kroch in eine rosafarbene Primel, blieb dort eine Weile, und kam heraus, die Füßchen voll Blütenstaub. »Was hat man davon, wenn man weiß, daß am Ende der Welt ein Berg ist, den keiner überfliegen kann?« fragte sie.

»Nichts,« sagte verächtlich ein Schmetterling, der auf der Primel saß. »Aber was hast du von deiner Arbeit?«

Verblüfft sah die Biene ihn an.

»Genug, meine ich. Die Welt bewundert uns und braucht uns. Ohne uns schritte der dürrbeinige Hunger durch das Land. Ohne uns stürbe, was Odem hat. Was ich davon habe? Dumme Frage: Wir sind die Ernährer der Welt.« Zornig schnellte sie ihren Stachel gegen den samtnen Schmetterling.

Er wiegte sich jetzt auf einer frühen Narzisse, die weiß wie er, ihr goldenes Krönchen auf der Stirne, ihren zarten Duft verbreitete.