Zuletzt hing die Familie ein Mäntelchen über den schwarzen Fleck, aber man wußte doch, daß er da sei. Das arme Mäuschen schämte sich so sehr, daß es beständig den Kopf gesenkt hielt, und das feine Schwänzlein eingezogen.
Freundinnen hatte es nun natürlich keine mehr. Aber auch Freunde nicht. Sie sagten, daß es ihnen unmöglich sei, mit Mäusen zu verkehren, die nicht tadellose Fellchen hätten.
Da sagte sich das Mäuschen ruhig: Nun gehe ich zu den grauen Mäusen. Verachtet bin ich so wie so! Dort kann ich mich wenigstens amüsieren. Es ging. Die Familie sagte: Unser Mäuschen ist tot! Und dann seufzte sie. Wenn jemand von ihm reden wollte, winkten sie mit den Pfoten und sagten: Ach ja!
Das Mäuslein aber hatte nun ein lustiges Leben. Es sprang herum, wo es wollte, es tanzte, wenn es lustig war, über Stock und Stein, und ließ seinen schwarzen Fleck Fleck sein.
Es hatte Freunde und Freundinnen die Menge, und unterhielt sich vergnügt mit den grauen Mäusen.
Und wer begrüßte plötzlich das weiße Mäuslein wieder freudig und liebenswürdig? Alle seine früheren Freunde.
Und eines schönen Abends erschienen auch seine Brüder unter ihnen. Das Mäuslein sperrte seine roten Augen weit auf.
»Was! Ihr kennt die grauen Mäuse! Ihr habt mir doch gesagt – –«
Aber die Brüder zwinkerten nur mit den Augen und taten, als kennten sie die Maus nicht.
Da geschah es, daß eine Ratte sich in sie verliebte. So fürchterlich verliebte, daß sie zur Maus sagte: »Ich will dich heiraten!«