»Du!« warnte die weiße Maus, »vergiß meinen schwarzen Fleck nicht.«
»Wenn ich dich heirate, so hast du keinen schwarzen Fleck mehr!« Die Ratte war die reichste Ratte weit und breit. Sie besaß riesige Kellereien, ungeheure Vorräte an Weizen und Obst und Fett und Nüssen und Zucker, kurz, ihr Reichtum war unermeßlich.
Und als die Ratte die weiße Maus geheiratet hatte, gingen sie zu der Maus Vater. Der machte große Augen.
»Herr Schwiegervater, ist es nicht merkwürdig, wie der schwarze Fleck auf dem Pelz meiner Frau schon verblaßt ist?« Der Vater der weißen Maus nahm ein Vergrößerungsglas, sah hindurch und sagte mit einer Stimme, die ganz ölig war vor Freundlichkeit:
»Ich sehe den Fleck überhaupt nicht mehr!«
Dann ging die Ratte zu den Brüdern, führte sie in ihre Keller ein, und vor ihre Vorräte und fragte: »Was sagt ihr zu dem Fleck meiner Frau?«
»Er ist verschwunden,« erklärten die Brüder bestimmt.
Und die Schwestern sagten, man hätte den Fleck überhaupt kaum je bemerkt. Sie aßen und tranken alle auf der Ratte Kosten und holten sich aus ihren Vorräten, was sie brauchten. Auch erzählten sie jedem, der es hören wollte, von der reichen Heirat ihrer Jüngsten.
Da strich sich die Ratte zufrieden den Schnurrbart und gab eine große Gesellschaft, mit allen Herrlichkeiten, die sich Mäuse nur wünschen können.
Sie fragte jeden Eingeladenen im geheimen: »Was sagen Sie zu dem Fleck meiner Frau?« und jeder einzelne antwortete: »Was für einen Fleck meinen Sie? Ihre Gemahlin besitzt den entzückendsten weißen Pelz, den man sehen kann!«