»Geschieht ihr recht,« brummte der Hund, »warum holt sie den Doktor nicht und glaubt jeder dummen Katze.«

»Hätte sie Sympathie angewendet,« sagte die Pute leise zu einem Perlhuhn. »Sie wäre munter wie ein Fisch im Wasser.«

»Geschieht ihr recht, warum nahm sie alle die fetten Kellerasseln, die ihr der Hahn bot, und ließ uns keine übrig,« nickten zwei verrupfte Hühner, die keinem Hahn der Welt mehr gefallen konnten, aber doch gern Leckerbissen aßen.

»Jetzt gibt's Platz für mich,« dachte triumphierend das jüngste Huhn und machte sich in die Nähe des Hahns.

Alle sahen auf das Huhn, das noch immer wie rasend herumtobte, endlich zur Erde fiel und sich in den Stall schleppen ließ.

Dort verfiel es in einen tiefen Schlaf, schwitzte und wachte bis zum Morgen nicht auf, denn es wagte sich niemand mit Ratschlägen an das Verrückte heran. Am nächsten Tag war es wieder gesund und sagte guten Morgen.

Das künstliche Auge

Es war einmal einer, der ein künstliches Auge hatte. Das andere war ein gewöhnliches Auge, wie es jeder Mensch besitzt.

Niemand begriff, warum der Mann Dinge sah, die kein anderer sehen konnte, und warum er oft behauptete, es sei gar nichts da, wenn es alle anderen sahen.

Es kam daher, weil er einmal mit dem natürlichen Auge die Dinge betrachtete, und ein ander Mal mit dem künstlichen Auge. Öffnete er nur letzteres, so verzerrte sich ihm alles, was er sah, und wechselte Form und Farbe.