»Es ist nicht möglich,« ächzte die Maus.

»Möglich und wahr.« Bestimmt sagte es der Maulwurf, und faltete seine rosigen Patschchen über dem Leib. »Man muß mit ihr reden. So etwas wollen wir nicht dulden. Ich will mich nicht heilig sprechen, aber so etwas ... so etwas ...« Er schwieg.

»Sie haben recht,« sagte die Maus, und es schien ihr plötzlich, als ob ihr Pelz heller würde und einen gewissen Glanz bekäme. »Man muß mit ihr reden.«

»Ausgezeichnet,« nickte der Maulwurf beifällig, »das muß man. Sie sollen wenigstens wissen, die Sünder, daß man weiß ...«

»Natürlich. Das wäre noch schöner, wenn sich zwei einfach lieben könnten, ohne daß ... wie soll ich sagen ... einfach so ... ohne weiteres ...« Der Maulwurf schwieg. Er war kein Redner.

Die Maus, deren ehrwürdige Großmutter noch weißer gewesen als je, entschloß sich rasch.

»Ich rede mit ihr,« quietschte sie. Und sie ging stracks und redete mit der Angeschuldigten.

»Es ist uns allen bekannt,« begann sie, »bekannt, daß ...«

»Bekannt, daß?« fragte die hübsche, braune Feldmaus. »Was?«

»Es fällt mir schwer zu sagen ... daß wir wissen ... daß Sie mit – Sie wissen, wen ich meine – zusammen in der Speisekammer gewesen sind, und im Keller gewesen sind, und zusammen an einer Kerze genascht haben ... Ich habe den Auftrag, Ihnen zu sagen, daß wir dieses sträfliche Verhältnis nicht dulden wollen. Nein, wir wollen nicht, daß zwei unerlaubterweise und so ohne weiters glücklich zusammen seien, und wir meinen ...«