In gänzlich schamloser Weise rühmte sich der Angeklagte später bei seinesgleichen, er habe das Blut des Kronprinzen getrunken, und – darin bestand eben die Ruchlosigkeit – es habe ihm nicht besser geschmeckt als anderes auch.

Für diese Beleidigung eines hohen Herrn wurde der Angeklagte zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, was jeden treuen Untertanen des prinzlichen Hauses mit Genugtuung erfüllen muß.

So las die Wanze, und sie konnte nicht im Zweifel sein, daß es sich um ihren Freund handle. Schmerzlich bewegt von seinem Schicksal raffte sie sich auf und begab sich auf die Heimreise.

Oft gedachte sie des Janos-Laus am serbischen Hof und des Flohes, der im Gefängnis, seiner Überzeugung treu, schmachtete. Später hörte sie, daß er in einem Anfall von Wahnsinn sich auf den Wärter gestürzt, und daß dieser ihn einfach zerdrückt habe. So endete der hoffnungsvolle Sprößling einer für die gute Sache begeisterten Familie.

Der Goldfasan

Die Türe des Hühnerhofes knarrte. Man schob ein goldenes Etwas herein. Es flatterte herum, kreischte, beruhigte sich und sah sich um. Es war ein Goldfasan.

Er überblickte die Hühner und Enten, die ihn verwundert anstarrten, senkte hochmütig die Augenlider, hob den Schnabel und sagte: »Ich bin ein Goldfasan!« Dann sah er sich um, welchen Effekt seine Worte auf die Hühner gemacht hatten.

»Freut mich, Ihre Bekanntschaft zu machen!« sagte der Hahn im Namen aller. »Ein aufgeblasener Kerl,« dachte er dabei.

»Ein recht gewöhnlicher Patron,« urteilte der Fasan über den Hahn. Er ging langsam auf und ab, seine Schwanzfedern schleiften auf der Erde, und seinen goldenen Kragen schob er unaufhörlich nach vorn, erst nach links und dann nach rechts. Dann sah er sich wieder um, was die Hühner wohl dazu sagten. Er konnte zufrieden sein.