»Es ist einfach gegen die Natur! Wo kämen die Kücken und die Hähne hin, wenn alle Hühner etwas lernen wollten?«
»O, behüte, da ist keine Gefahr,« sagte das fremde, schwarze Huhn etwas pikiert.
Da fing eine Rouen-Ente zu schnattern an und mit den Flügeln zu schlagen. Sie war ein Muster von Tüchtigkeit, eine große Eierlegerin und Führerin der Jugend, und genoß viel Ansehen.
»Darf man fragen: Gehören Sie zu einem Hahn?«
»Natürlich!« sagte die Fremde. »Und zu einem schönen, ausländischen.«
»Haben Sie Kücken?«
»Das will ich meinen. Und sie haben alle schon ihre Flügelchen und Schwanzfedern.«
»Und dabei treten Sie auf? Und machen den Zuschauern Kunststücke vor und daheim piepsen ihre Jungen, haben nichts zu fressen, frieren und haben keinen, der auf sie achtet. Eine ganz liederliche Mutter sind Sie, vor Ihnen kann man ja gar keine Achtung haben und muß unsere jungen Hähne und Entlein vor Ihnen warnen.« Das wurde aber dem fremden Huhn zu bunt.
»So! Und woher wissen Sie denn, daß ich meine Jungen vernachlässige? Sehen Sie sich die Kücken einmal an. Aufgeweckt und lustig und klug sehen sie in die Welt. Und fragen Sie meinen Hahn, mit wem er am liebsten auf der Wiese spaziert, mit mir oder den anderen Hühnern?«
Die Rouen-Ente wollte dazwischen schnattern, aber die Schwarze kam ihr zuvor.