Cita warf einen dankbaren Blick auf die Mutter.

»Natürlich können wir gern einen Baum haben, — warum denn nicht, Sophie?« bemerkte sie; »wenn Ma es doch gern sieht, wollen wir jedenfalls einen haben, — den allerschönsten. — Aber — — was werden wir mit dem Baum nur anfangen, Ma? Eigentlich gehören Kinder mit dazu.«

Die Mutter lächelte fein.

»Laß uns einen Abend lang Kinder sein, Liebste. Da wir zusammen sind, haben wir reichen Grund dazu, — haben wir reich beschert bekommen.«

Cita schwieg. Sophie sagte für sie: »Ich weiß schon, wie es Cita meint. Alle Welt will ja gern sich wie ein Kind fühlen. So ganz unbefangen fröhlich sein. Aber, wenn man es absichtlich versucht, so gelingt es nie recht. Man ist eben doch kein Kind. Man kann nicht ungezwungen so thun, — es wird so gezwungen —«

»Das ist auch ganz natürlich,« fiel Cita, mit Fischessen beschäftigt, ein, »denn man kann doch eben nicht ganz den schweren, den wirklichen Ernst des Lebens vergessen. Man drängt ihn nur für einen Abend lang in den Hintergrund. Ja, das kann man, künstlich. Aber dahinter, — da steht er doch immer da —.« Sie war voll Eifer, mehr darüber zu sagen, indessen eine Gräte kam ihr dazwischen.

Beinah entschlüpfte es der Mutter: »— Huh —! ihr Kinder! Macht ihr euch denn wirklich schon das Leben zum ›bösen Mann‹ im Hintergrunde von allem? Ist euch denn wirklich stets so schaudererregend ernsthaft zu Mute —?«

Aber sie sprach das nicht aus. Sie fürchtete, die Mädchen könnten argwöhnen, sie habe dabei insgeheim auf dem Grunde der Seele ein Lächeln über sie beide.

Und sie fürchtete auch, die Mädchen könnten sie für entsetzlich oberflächlich halten. Das letztere war sogar das Wahrscheinlichere —.

Sie sah ihre beiden Ernsthaften mit einem tiefen Blick voll Güte an.