»Eben war sie noch hier,« versicherte Cita, während Sophie den Gast hereinzog und unterhielt; »— Ma, hör doch! Tamara ist gekommen!«
Marianne öffnete die Thür des Schlafzimmers, wo sie allein gesessen hatte. Sie ließ Tamara dort eintreten.
Diese fiel ihr um den Hals.
»Liebste Marianne Martinowna! Eben komm ich nach Hause, und Taraß erzählt mir —. Mein erster Gedanke: gleich hierher! Ich habe gar nicht erst abgelegt. — — Es ist allzu wichtig: natürlich muß die Sache gleich ins reine gebracht werden —.«
»Wie gut bist du!« murmelte Marianne. »— Du weißt, daß Sophie zu Ostern —«
Tamara nickte.
»Sie sagte es mir soeben. Ja, ich dachte mir, daß so etwas der Grund sein würde. Wie könnten Sie sich von den Mädchen trennen, — wie können die Mädchen Sie entbehren! — — So muß es denn sein, daß wir Sie aus unsrer Mitte verlieren.«
Marianne erwiderte nichts darauf. Sie saß neben einem kleinen Tisch, worauf eine einzelne Kerze brannte, und blickte an Tamara vorüber.
Tamara wurde sich erst jetzt dessen bewußt, daß irgend etwas an Marianne anders sei als sonst. Etwas so wunderlich Eingefrornes, Steifes.
Sie hatte sich nahe zu ihr gesetzt und faßte jetzt unwillkürlich besorgt nach Mariannens Händen, die ruhig im Schoß lagen.