Doch gab es auf Wunsch auch helles Gebäck, sowie die volkstümlichen Pastetchen mit Grützfüllung, und Tomasow bestellte davon, dessen sicher, sie vorzüglich bereitet zu finden. Der bedienende Gehilfe im weißen Leinwandkittel und hohen, dermaßen glänzend gewichsten Kniestiefeln, daß man sich in ihnen beinahe hätte spiegeln können, brachte das Verlangte in den schmalen Nebenraum, wo Marianne schon im Hintergrunde an einem der länglichen ungestrichenen Holztische saß.

Nur zwei Frauen aus dem Kleinbürgerstande, mit bunten Kopftüchern und kurzen Schaffellpelzen, tranken beim Fenster ihren Thee, wobei sie die gefüllte Untertasse auf den gespreizten Fingern der rechten Hand balancierten; schweigend, mit einer gewissen Feierlichkeit und ohne um sich zu sehen, nahmen sie einen heißen Schluck um den andern.

»Hier ist es gut!« sagte Marianne.

Sie sah abgespannt aus, und dabei brannte ihr das Gesicht vom Winde. Die Hitze, die der mächtige Kachelofen im geschlossnen Zimmerchen ausströmte, machte es noch fühlbarer.

Marianne empfand wirklichen Hunger, er war ganz plötzlich und fast mit Gier erwacht, als sie beim Eintreten das viele ringsum an den Wandborten aufgeschichtete Brot sah. Aber wie nun ihr Frühstück vor ihr stand, vermochte sie ebenso plötzlich nichts mehr zu essen.

Sie bückte sich über ihr Theeglas, aus dem dicht vor ihrem Gesicht der Dampf in die Höhe stieg, und folgte mit dem Blick gedankenlos seinen Windungen. Dieses Gefühl von sich nachgebender Schwäche war merkwürdig angenehm.

Tomasow betrachtete sie aufmerksam.

»Sie gefallen mir ganz und gar nicht!« äußerte er; »aber eigentlich hätt ich mir das ja schon vorgestern selbst voraussagen können —«

Marianne hob verwundert den Kopf.

»Was denn —?« fragte sie zerstreut.