Die beiden Frauen am Fenster hatten sich erhoben, rückten ihre Kopftücher zurecht und gingen auf knarrenden Schuhen mit wortlosem Gruß hinaus.
Da blickte Marianne auf, fast verstört. Unmittelbar darauf erhob sie sich schon. Die dumpfe, schwere Ofenluft benahm ihr den Atem.
»— Sie wollen gehn?« fragte Tomasow und half ihr in den Pelz. »— Wollen Sie nichts weiter genießen?«
Marianne schüttelte stumm den Kopf. Sie schien zu meinen: jetzt an die freie Luft draußen gelangen, das hieße zugleich, den ganzen Bann und Druck abschütteln. Diese heiße Stubenschwüle war allein schuld —.
Tomasow zahlte, und sie entfernten sich. Der Ostwind blies ihnen auf der Straße scharf, förmlich wehethuend entgegen, er weckte fast ein Gefühl unwillkürlichen Sichbergenwollens.
»Wohin nun?« fragte Tomasow, »muß es schon heimwärts gehn?«
Marianne nickte zögernd.
»Den Kreml durchqueren,« meinte sie, »das ist wohl der nächste Weg.«
»— Und wärs auch nicht der nächste! Denn allzu kurz darf er nicht geraten,« bemerkte er lächelnd.
Beim Ueberschreiten des Fahrdamms, zwischen den durcheinander sausenden Schlittengespannen, hatte er Marianne den Arm gegeben und führte sie mit der sichern Haltung dessen, bei dem sie sich von nun an bergen sollte. Oder empfand nur sie es so, als ob alles um eine Nuance verändert sei, als ob in allem schon eine stillschweigend anerkannte Zueinandergehörigkeit betont liege —.