Tante Ottilie nickte.

»Ja, man merkt es an allem: nicht nur, wenn man geistige Bedürfnisse hat, sondern auch wenn man einen modernen Kleiderstoff kauft,« bestätigte sie, »dort ist alles: die Newa, der Hof, alles Offizielle und überhaupt alles, was gilt. Wir sind hier wie zurückgeblieben. Die Russen haben überhaupt was Zurückgebliebenes.«

»Gar nicht alle. Etwa Tomasow?« meinte Sophie.

Cita mußte lachen.

»Nein, der ist aber auch wirklich der einzige!« gab sie zu. »Wirklich der einzige, auf den ich mich freute. Ein Glück, daß der unser liebster, nächster Freund ist.«

»Nun, nun! Von Haus aus doch einfach euer Arzt,« dämpfte die Tante, aber Sophie unterbrach sie lebhaft: »Ach, da bist du aber schief gewickelt! Wenn wir gesund sind, brauchen wir ihn noch viel mehr, nicht wahr, Ma?«

Die Mutter blickte auf.

»Sprecht ihr von Tomasow? Ja, lieber Himmel, was sollten wir ohne ihn wohl anstellen?«

Ihre Schwester warf ihr einen zurückhaltenden Blick zu.

»Aber, liebste Marianne! Das heißt doch wohl ein wenig übertreiben.«