Tomasow zog sich den langen Schaukelstuhl neben der Blattpflanzengruppe ein wenig näher zu ihr heran.

Er nahm von den Zigaretten, die Marianne ihm anbot, und zündete sich schweigend eine an.

»Ich glaube, speziell dafür bin ich am Ende auch das letzte Mal vom Auslande wieder heimgekehrt, ein so schauderhafter Kosmopolit ich auch schon zu werden drohte,« bemerkte er dann.

»Wofür? Für die Plauderecke?«

»Es ist nicht einmal eine Plauderecke, streng genommen, denn wir sind oft ziemlich wenig redselig, besonders wenn Sie abends müde sind oder gar anfangen, Notizen in Ihre schrecklichen blauen Schulhefte zu machen.«

Marianne lehnte sich zurück und kehrte ihm das Gesicht zu. Sie sagte lächelnd: »Nun, dann sitzen Sie eben und freuen sich drüber, wie unendlich brav und artig ich bin. Denn das muß ja doch eine Freude für Sie sein! Wer hat mich denn gelehrt, diese Schulheftexistenz auszuhalten.«

»Ich etwa?!« Tomasow machte eine ungläubige Miene. »Ich habe Ihnen wohl im Gegenteil alle Schwierigkeiten und Schrecknisse einer solchen klarzumachen gesucht, als Sie sich in den greulichen Kampf stürzten.«

»Ja. Und mich dadurch für ihn gewappnet, — mich dadurch gelehrt, nicht gleich beim ersten Ermatten zu erliegen. Ich wußte so bestimmt: Sie stehn da und helfen mir immer wieder auf, — ach, das war ein gutes Gefühl, glauben Sie mir.«

Tomasow rauchte schweigend.

Ganz so war es wohl nicht. Er hatte in Wirklichkeit ihren Kräften nicht den Existenzkampf zugetraut, den sie so löwenmutig für sich und ihre Kleinen vollbracht hatte. Nein, ursprünglich hatte er ganz und gar nicht annehmen können, daß sie einem derartigen Leben gewachsen sei.