Er half ihr damals mit seinem Rat und Beistand gleichsam nur so vorläufig. Er half ihr, um ihr nah bleiben zu können.
Jedoch dann — später — wenn sie doch am Ende ihrer Kräfte sein würde, die sie bis zum Zersprengtwerden anspannte, — ja, damals dachte er sich dann ein ganz andres Ende. Ein völlig andres —.
Fast ohne daß er es wußte, fixierte Tomasows Blick bei dieser Erinnerung den geschlossnen Olivenholzrahmen, der in der Mitte des Schreibtisches stand.
Marianne war der Richtung seines Blickes gefolgt.
»Darf ich?« fragte er.
Sie streckte, ohne zu antworten, die Hand aus, nahm den Rahmen vom Tisch und reichte das ihm wohlbekannte Bild herüber.
Er schaute aufmerksam auf das junge beseelte Gesicht im Rahmen, — ein bartloses Jünglingsgesicht. Eine Aehnlichkeit mit Sophie war in der That unverkennbar, nur nicht in der Kühnheit der Stirn und des Kinnes.
Aber etwas so Zartes lag über dem Ganzen —.
Tomasow bückte sich tiefer über das Bild und bemerkte: »Wenn ich mir vorstelle, wie Sie damals ausgesehen haben müssen, — und wie dieses hier aussieht, — so kommt mir leicht das Gefühl: sieh da, zwei Kinder, die man schützen möchte.«
Sie lächelte unmerklich.