Marianne fiel rasch ein: »Darüber muß man nicht nachdenken. Es ist nicht anders. Ich muß Sophie doppelt geben, doppelt —«
»Aber ich hätte Ihnen einen kuriosen Vorschlag zu machen,« meinte Tamara, »wenn nur Cita nicht grade in Berlin studierte.«
»Einen Vorschlag —?«
»Ja, von meiner Tante bin ich dazu autorisiert, — wissen Sie, von der, die in Bern das Mädchenpensionat leitet und voriges Jahr hier war.«
»Ach, thut sie das noch immer? Sie klagte doch schon so über ihr Alter und ihre Gebrechlichkeit. — — Will sie es etwa abtreten?« fragte Marianne mit unverhohlener Spannung.
»Sie möchte gern einer Hilfe die Leitung übergeben. Sie wissen: es sind lauter unerwachsne Mädchen, vielfach Russinnen, die dort den sogenannten letzten Schliff bekommen. — — Und auf Sie hält sie so große Stücke, sie wäre entzückt. Aber es wäre doch wohl nichts?«
Marianne schüttelte zögernd den Kopf. Im stillen rechnete sie nach. Es war ihr klar, daß sie hier mehr verdienen konnte. Und schließlich blieb Cita auch dann weit von ihr.
Aber wenn es doch möglich wäre, — mit Cita? Sie wurde ganz still und hörte nicht auf, zu rechnen.
An der Thür, die das Wohnzimmer mit der größern Hauptstube verband, wurden rasche, ungeregelte Schläge hörbar, wie ein Geprassel von Kleingewehrfeuer.
Tamara sagte mit befriedigtem Lachen: »Das ist Taraß' Triumphgeschrei: er hat für heute glücklich sein Ei gelegt. Es ist auch hohe Zeit, daß er frei wird. Ich muß schnell den Tisch decken.«