»Und ich muß leider weiter wandern,« äußerte Marianne mit einem Seufzer; sie erhob sich ungern aus ihrer weichen, behaglichen Ecke.

Tamara nickte betrübt.

»Wir armen Arbeitsgäule,« meinte sie lächelnd und stieß die Thür nach dem Vorflur auf, laut rufend: »Taraß, bist du da? Komm doch mal her, Marianne Martinowna muß schon fortgehn.«

»Jawohl!« schrie es aus der Küche zurück, »aber dann mußt du herkommen, — das Zeug brennt an!«

Der Ton der Verzweiflung, worin das verkündet wurde, erheiterte Marianne. Sie trat auf den Vorflur hinaus und schaute nach der Küche. Tamara war, die Hände ringend, schon an ihr vorbei vorausgeschlüpft.

Zwischen seinem Studierzimmer, das weit offen war, und der Küche mitten drin stand auf dem Vorflur Tamaras Mann mit lebhaft vorgerecktem Hals und richtete seine Augen angsterfüllt auf eine Pfanne, die auf dem Herde stand und furchtbar zischte. Die Brille hatte er sich auf die Stirn geschoben.

Seine Frau stürzte zur Pfanne.

»Geh nicht so nah heran, geh ihr nicht nah!« rief er beängstigt, »— das Zeug spritzt! Man darf sie nur von hier aus ansehen. Es spritzt! Paß auf, es spritzt in die Augen!«

Als das Zischen und Prasseln gelinder wurde, wandte er sich aufatmend der lachenden Marianne zu. Auch er lachte nun. Aus seinem hübschen dunkeln Bart, der tief über das gestickte russische Hemd fiel, das er zu Hause trug, schimmerten die Zähne.

»Ja, ich war nun grade fertig, — und angerührt hatte sie die Geschichte ja, ich sollte nur Wache halten, — aber aufregend ist die Sache ungeheuer, — uff!« und er fuhr sich über die Stirn und die etwas wildgewordenen krausen Haarringel.