»Was sollte ein Tagedieb wie ich besonders Wichtiges vorhaben?«

»Tagedieb! O pfui!« Sie war entrüstet; — »Sie sind ja doch Arzt!«

»Nicht allzusehr. Mir würde es vielleicht bald genügen, Ihrer Gnaden, Frau Mas, Leibarzt zu sein.«

Aber sie ging auf den scherzenden Ton nicht ein.

»Dafür sind Sie noch zu jung, um sich zurückzuziehen. Das wäre sehr, sehr schade. Für viele!« antwortete sie ernst.

»Aber ganz und gar nicht! Hier gibt es genug Aerzte für Moskau, — viel zu viele, — sie treten einander auf die Füße. Es ist gradezu eine gute That, Raum für sie zu schaffen. — Sie werden sagen: in der Provinz? Ja, das ist schon etwas andres. Aber Sie wissen, dafür bin ich verdorben. Es fehlt mir durchaus an der nötigen Aufopferungslust, um in irgend einem Winkel zu versimpeln, — als Menschheitsheros oder als stiller Säufer.«

»Sie sind heute entsetzlich garstig!« rief Marianne und hielt ihren Muff ans Ohr. Sie lief förmlich von ihm fort. »Warum machen Sie sich schlecht vor mir? Warum nur? Ich weiß schon selbst, ob Sie was taugen oder nicht.«

Tomasow suchte nach seinem Kneifer, den er selten trug, und setzte ihn auf, was seinen Gesichtsausdruck ganz verwandelte, als setze er eine Maske auf.

»Laufen Sie nicht so schrecklich geschwind,« sagte er; »wollen wir nicht überhaupt fahren?«

Marianne schüttelte abwehrend den Kopf.