Marianne lief rasch wie ein Mädchen die zwei Treppen hinauf, oben mußte sie Atem schöpfen, als sie den Schlüssel in die Thür steckte. Aber alle ihre Ermüdung war verflogen, das Sprechen und Scherzen mit dem Freunde hatten sie von ihr fortgenommen.

Oben schien Besuch zu sein.

Sie trat vom Vorflur in ihr Wohnzimmer. Ja, da saß ein junger, ganz junger blonder Mann mit ihren beiden Töchtern und erhob sich ehrfurchtsvoll, als er ihrer ansichtig wurde.

»Dies ist Herr Hugo Lanz, Ma,« sagte Sophie vorstellend, »— du weißt, wir trafen uns neulich in der Gesellschaft —«

»Ich komme nur als Abgesandter meiner Verwandten, gnädige Frau,« erklärte Hugo Lanz mit einer weichen sympathischen Stimme, »es handelt sich um eine Schlittenfahrt für heute abend. Vor zehn Uhr sind alle wieder heimgeleitet.«

»Das ist freundlich von Ihnen,« entgegnete Ma und reichte ihm die Hand, »ja, fahrt nur, ihr Kinder.«

»Und du, Ma?« fragte Cita.

»Ich bin ja heute abend zum Thee bei Tante Ottilie und werde euch dort entschuldigen, ihr Nichtsnutze.«

»Aber du wirst heute zu müde sein, Ma,« meinte Sophie bedenklich und küßte die Mutter.

»Nein, Kind, ich bin jetzt so frisch. Und morgen ist Sonntag. — — Aber wer fliegt jetzt wie ein Pfeil und zaubert mir geschwind eine heiße, starke Tasse Thee oder Kakao herbei?«