Die Mädchen stürzten zur Thür.

Hugo Lanz sah so heftig diensteifrig aus, als wollte auch er stürzen, aber er besann sich rechtzeitig auf das Zwecklose eines solchen Unternehmens.

»Thee also!« rief Sophie.

»Nein, besser Kakao!« rief Cita.

Sie verschwanden, und Hugo Lanz blickte ihnen ernsthaft nach — mit einem Gesicht, als hätte eine jede von ihnen etwas Geistreiches ausgesprochen, was lange dunkel in ihm gelegen habe.

Marianne sah den Blick und sah ihn selbst an und war ihm gut. Daß ihm die Gesellschaft dieser jungen, hübschen und geweckten Mädchen ausnehmend gefiel, begriff sie vollkommen und fand es in der Ordnung. Auch fürchtete sie nie, daß ihre Töchter je zu »gelehrt« werden könnten, um zu gefallen. Ihr war zu gut bekannt, wie sehr dabei nicht der Kopf, sondern das Temperament entscheidet.

»Sie sind noch nicht lange hier?« bemerkte sie freundlich, um dem Gast die Zwischenzeit füllen zu helfen.

»Nein. Ueberhaupt nur für einige Monate zu Besuch bei hiesigen Verwandten. Dann soll ich nach Deutschland zurück, um Kaufmann zu werden.«

Er sagte das trübe. Sie fragte nicht, doch traf ihn ihr Blick so warm und mütterlich, daß er spontan fortfuhr: »Mein Traum war, Künstler zu werden.«

Sie fragte auch nicht: in welcher Kunst? Sie sagte nur sehr weich: