»Ich weiß, daß ich das thue!« sagte er ernst. »Und ich weiß auch, daß Ihre Nerven grade heute um Schonung schreien. — Und nun hören Sie mich an, Marianne, und zwar ganz getrost, denn ich kann Ihnen wirklich helfen, wenn Sie nur wollen. Ich schlage vor: überlassen Sie die ganze Sache mir. Ueberlassen Sie es mir, Sophie von ihren hochfliegenden Wünschen zu kurieren. So gänzlich zu kurieren, daß sie nie wieder Lust nach dem ärztlichen Studium und Beruf verspürt. Wollen Sie?«
Marianne sah ihm ungläubig in die Augen.
»Wie sollte das wohl möglich sein? Womit könnten selbst Sie das erreichen?«
»Das ist meine Sache. Für das Gelingen steh ich ein.«
Ein seliger Hoffnungsschimmer überflog ihr Gesicht, aber so zaghaft noch, daß es ihn rührte.
»Aber — warum hätten Sie das dann nicht längst gethan?!«
»Warum? Nun offenbar darum, weil Sie ja für die Pläne und Interessen Ihrer Kinder nicht nur Nachsicht zeigen, sondern sie gradezu — in Ihrer unnachahmlichen Art, Ma, — heilig halten, ängstlich bemüht um die geistige Eigenart jedes einzelnen.«
Marianne sah sehr unruhig aus.
»Ja, das ist doch aber auch das einzig Richtige? — Sie sprechen ja jetzt doch wohl nur davon, Sophie rechtzeitig in wirklich bestehende und unausweichliche Schattenseiten Ihres Berufes einzuweihen —?«
Tomasow schwieg einen Augenblick.