Sie gehorchte mechanisch und ließ sich ein wenig Thee eingießen, in den Tomasow aus einem Arzneifläschchen ein paar Tropfen mengte.
Dann überließ er sie wieder sich selbst und nahm den Spaziergang im Zimmer von neuem auf.
Aber Marianne erhob sich vom Eisbärfell.
»Es ist spät geworden. Ich will nach Hause gehen,« sagte sie mit einer leisen Stimme, »die Kinder sind gewiß schon zurück und warten erstaunt. Sie waren nur für kurze Zeit mit Wera Petrowna ausgegangen.«
Tomasow blickte auf die Uhr.
»Wie Sie wollen, Ma. Vielleicht ist es so am besten. Indessen — sind Sie jetzt auch schon dazu im stande? Sind Sie Ihrer selbst ganz sicher? Ich lasse Sie nicht fort, ehe ich das genau weiß.«
Und als Marianne ihn müde fragend ansah, fügte er hinzu: »Ihrer Töchter halber ist es notwendig, daß sie ihre Mutter in dieser Angelegenheit fest und sicher auftreten sehen. Als eine Autorität — nicht wie ein hingeschlachtetes Opferlamm. — Darum müssen Sie es sein, Marianne, die entschlossen die Initiative ergreift.«
»— Ich soll selbst —?« murmelte Marianne.
»Ja. Das ist notwendig, und zwar sofort. Lassen Sie die Ungewißheit keine Stunde länger anstehen. Lassen Sie sich keinen Raum zu Beängstigungen und Traurigkeiten dazwischen. Bringen Sie noch heute — heute noch! die Sache zur Sprache und Entscheidung.«
»— Heute?!« wiederholte sie erschreckt.