Endlich sagte sie mit ihrer warmen Stimme: »Dank euch! Ja, dies Weihnachtsfest soll uns schön werden, wie nie eins gewesen ist! Wir wollen froh sein, wir drei zusammen! Denn es wird hier am Ort unser letztes sein. Uebers Jahr feiert auch Sophie es nicht mehr hier. — Ich dank euch, ihr Kinder.«
Sophie, die eine leise Melodie angeschlagen hatte, brach mit einem gräßlichen Mißton ab.
Cita, eben im Begriff, ihre Sachen abzulegen, hielt erwartungsvoll inne und blickte die Mutter an.
Da ging Marianne zu ihrer Jüngsten hin und nahm sie in die Arme.
»Aber nicht getrennt!« sagte sie bewegt, »— ich werde mein Weihnachtsfest da haben, wo du grade studieren wirst.«
»— Ach — Ma!« schrie Sophie auf.
Sie glaubte es noch nicht recht. Mit dunkel gerötetem Gesicht schaute sie angstvoll und zugleich strahlend zur Mutter auf und umklammerte ihren Hals.
»— Ach, Ma —! Ist es denn wirklich wahr —?«
Dieser Augenblick that Marianne doch bitterer weh, als sie jetzt eben beim Heimkehren geglaubt hatte. Sie drückte Sophiens leuchtendes Gesicht an sich, um nicht den Ausdruck der Freude darin zu sehen.
»Ja, es ist wahr, Herzenskind. Alles Nähere besprechen wir noch ein anderes Mal. Auch mit Cita muß ich noch vieles besprechen. So ganz einfach ist es nicht. — Aber die Sache selbst ist entschieden. Nun sollst also auch du hinaus, — gebe Gott, einst zu deinem und deiner Mitmenschen Segen.«