Seine Augen verfinsterten sich, und um seinen Mund erschien eine harte Linie.

Nun ja, er gestand es sich ein: daß er selbstlos Ruth dienen wollte, das war nur, um sie zu behalten. Er hatte außer ihr nichts zu verlieren, was ihn ganz erfüllte. Er kämpfte um das Schönste und um das Letzte, — das fühlte er. Und um das Höchste: um sich selbst.

Man sagt oft: erst der Zusammenbruch des ganzen persönlichen Glückes führe manchen zur wahren, menschlichen Größe, lehre ihn erst, wahrhaft thatkräftig den andern zu dienen, auf andre zu wirken.

Gewiß gab es solche milden Menschen in der Welt. Aber galt es von ihm? Konnte er je zu ihnen gehören? Laut schrie es in ihm: Nein! Nein!

Seine Kraft und sein Glücksverlangen wollten sich nicht trennen. Miteinander verwachsen waren sie von der Wurzel an. Glück brauchte er, um Mensch zu bleiben. Viel Glück, um gut zu bleiben. Er mußte es zu sich zwingen in irgend einer Form, — und um jeden Preis.

Um jeden? Gab es nichts, was ihn veranlassen konnte, einst selbst die Axt an die Wurzel zu legen?

Bels Glück? Nein! Aber Ruths Glück.

Er versuchte, gewaltsam, den Gedanken fortzustoßen. Er setzte sich an den Schreibtisch und versuchte, ein paar Aufzeichnungen auszuführen, die er sich unterwegs für seine Winterpläne entworfen. Er versuchte, sich dabei die Mienen einzelner zu vergegenwärtigen, die er an der Treppe, im Vorbeigehen, studiert, und in denen er den Ausdruck der Freude und der Anregung gelesen hatte.

Aber die Gedanken verschwammen, und die Gesichter verblaßten. Er sah nur noch ein Chaos fremder, gleichgültiger Physiognomien, — ohne Ausdruck, ohne Freude, ohne Blick.

Unschöne, an denen sein Auge vorüberglitt, — hübsche, aus denen es teilnahmslos haften blieb.