»Schreibst du hier Verse?« fragte er überrascht.
Sie wurde dunkelrot.
»Nicht mehr so oft,« antwortete sie fast bestürzt, »und ich will ja auch gar nicht! Aber manchmal, wenn — manchmal muß ich es noch thun.«
»So Verborgenes thun. Verborgen vor mir. Und ich habe geglaubt, daß kein Gedanke unausgesprochen, den ich nicht kenne, durch deinen Kopf geht.«
Sie machte ein so schüchternes Gesicht wie in alten Zeiten.
»Nicht verborgen,« sagte sie leise, »es sind nur eben keine Gedanken. Und aussprechen kann man sie auch nicht. Und die kommen nun und drängen sich, und dann muß man Verse schreiben.«
Erik lachte.
»O weh, die armen Verse!« bemerkte er, »also einen solchen stillen Winkel hast du dir noch in deinem Kopf referiert, während es aussieht, als ob du die schönste Ordnung gemacht hättest. Die ist wohl nur in den Staatsstuben, auf der Oberfläche. Dahinter liegt eine wunderschöne, unergründliche Rumpelkammer. Was sollen wir mit der machen?«
Sie sah ihn ganz ernsthaft an.
»Was Sie wollen,« versetzte sie treuherzig.