Ohne recht zu bemerken, was er that, steckte er sie mitsamt der seinen in die Seitentasche seiner Joppe.

Ruth lachte darüber und blickte zu ihm auf, aber als sie den ernsten, beinahe strengen Ausdruck seines Gesichtes sah, verstummte sie ebenso plötzlich.

Sie gingen einige Schritte dem kleinen Gehölz zu.

»Heute war ich bei deinen Verwandten, Ruth,« sagte Erik, »sie waren beide da. Ich wollte sie einmal etwas auf das hin ausfragen, was wir in den letzten Monaten schon öfters miteinander besprochen haben. Weißt du nicht? Ich meine daraufhin, ob du nicht einmal im Auslande tüchtig weiterlernen könntest.«

Sie sah ihn erwartungsvoll an. Dies da interessierte sie sehr und ein wenig beunruhigte es sie auch. Denn es handelte sich doch eigentlich erst um ein ganz allgemein gehaltenes, unbestimmtes Zukunftsbild, — nicht um etwas, was schon erwogen und besprochen werden mußte.

»Nun? und was meinten sie darauf?« fragte Ruth gespannt, als er schwieg.

»Sie haben nichts dagegen einzuwenden, Ruth. Nichts Ernstliches. Da ist es denn Bernhard Römer gewesen, an den wir dabei gedacht haben. Dort wüßte ich dich im richtigen Hause geborgen. Es wäre fast so, als wenn ich selbst bei dir bleiben konnte.«

Ihre Hand, die er noch umfaßt hielt, erkaltete in der seinen.

»Ja, — aber — das ist ja noch so lange hin!« meinte Ruth ganz langsam, und dann immer schneller, in wachsender Unruhe: »Es ist doch noch lange hin? Sehr lange? Ich soll doch nicht — bald fortgehen? Von hier — — fortgehen!«

Er umschloß ihre Hand fester und ging auf die Bänke zu, die unter den Birkenbäumen standen.